Schule Talenta Zürich für hochbegabte Kinder

Das Projekt Talenta

Was macht Talenta anders?

Die Vision

Xaver Heer, Biologe, Primar- und Gymnasiallehrer,  hat als betroffener Vater genug vom Zuschauen, studiert die Literatur und entwickelt ein Konzept auf der Grundlage einer einleuchtenden Idee: Man müsste bei jungen Menschen ansetzen. Zwischen 3 und 11 Jahren geschieht so viel! "Vorwärtslernen" müsste Fall erlaubt und garantiert sein. Die neben dem Lehrplan gewonnene Zeit sollte für Projekte und Vertiefungen eingesetzt werden. Die Schulung der Sozialkompetenz hätte allererste Priorität und ein professionelles Aufnahmeverfahren sollte relevante Forschungsresultate aus der Praxis ermöglichen. Kurz: Eine eigene Schule muss her!

Der Verein

Am 2. Februar 1996 gründet er den Verein Talenta „zur Förderung überdurchschnittlich begabter Kinder“  in Zug mit einigen Freunden. Talenta hält bis heute am ursprünglichen Zweck fest:

Zweck des Vereins ist es, überdurchschnittlich begabte Kinder zu fördern. Hauptaktivität des Vereins ist es, eine Schule für kognitiv begabte Kinder (Talenta) zu gründen und zu betreiben.“

Der Verein ist gemeinnützig und (seit 2004) steuerbefreit. Alle Vorstandsaufgaben werden zu 100 % unentgeltlich ausgeführt. Talenta sieht sich als Schnellboot, als bewegliche, aktive und unabhängige Gruppe.

BertschiHeer

Der Glücksfall: ein Tandem

Über die Presse wird Xaver Heer auf einen Mitstreiter aufmerksam: Jean-Jacques Bertschi, Zürcher Bildungspolitiker und Personalfachmann aus Wettswil am Albis, stösst noch 1996 zum jungen Verein, nachdem er als Schulpräsident seiner Wohngemeinde auf die eklatanten Leistungsunterschiede in der 5. und 6. Primarklasse aufmerksam geworden ist und seither nach einem konkreten Lösungsansatz "für diese Randgruppe" sucht. Er befasst sich in der Folge intensiv mit der Suche nach Schulraum und Geldgebern für die Schulgründung. Das Startkapital soll die Zürcher Wirtschaft als Anstossfinanzierung aufbringen.

Achterbahn und Geisterfahrer

Jetzt läuft was! Das Duo harmoniert perfekt: Xaver Heer verfeinert als „Innenminister“ das Schulkonzept. Jean-Jacques Bertschi zieht alle Strippen als „Aussenminister“ und …stellt fest, dass es überall harzt. Die Skepsis der Wirtschaft ist grösser als erwartet; der Gegenwind aus der staatlichen  Bildungswelt erheblich, ja feindselig; die Suche nach Raum und geeigneten Lehrkräften zäh. Schliesslich scheitert auch ein „Joint venture“ mit einer etablierten Privatschule an der fehlenden Handlungsfreiheit. Allerdings: Nach 5‘000 Telefongesprächen mit verzweifelten Eltern und einer ermutigenden Presse gibt man nicht auf! Schlechter kann es für die betroffenen Kids ja nicht kommen – deshalb: Start mit halbem Budget im Schulhaus Looren Zürich-Witikon!   

Der erste Schultag

Am Montag, 17. August 1998 betritt - im beschaulichen Witikon - die Pionierschule Talenta in Europa Neuland: Erstmals fasst eine Primarschule hochbegabte Kinder zusammen und fördert sie auf ihrem Niveau. Die Kinder sollen ihre Talente gezielt entwickeln, fit werden fürs Leben und den beruflichen Alltag ... und später - dank ihren schöpferischen Kräften -  einen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft erbringen. Was für ein grosser Bahnhof für die 9 Kinder und ihre beiden Teilzeitlehrkräfte! Fernsehen und Presse begrüssen den „Durchbruch“ vor Ort und wünschen sich „dass die Idee Nachahmer finden möge.“ Jetzt gilt es ernst. Sehr ernst. 

Turbulenzen im Erfolg

Irgendwie haben sich der symbolkräftige Name „Talenta“ und das programmatische Logo gefunden. Ja, die Kleinen marschieren keck vorwärts! Der starke Widerhall der Gründung in der Presse führt zu einem steilen Anstieg der Schülerzahl. Das Konzept rennt hinterher… Plötzlich sind da 20 quicklebendige, anspruchsvolle und energiegeladene Kids in engen Räumen. Wir tasten uns dank ihrem Feedback vor.  Das Mittagessen findet im Gang an IKEA-Tischen statt, teilweise im Klassenraum. Die Talenta-Kinder nehmen ungeahnt weite Schulwege auf sich, um „auf ihre Rechnung“ zu kommen. An denkwürdigen Elternabenden gilt es, das Terrain zwischen Schule und Eltern eindeutig  abzustecken. Aber: Die Schule setzt sich durch.

Prioritäten ohne Kompromisse   

Das Geld bleibt knapp, die schulischen Ziele hoch. Die Betriebskommission entscheidet sich für kompromisslose Prioritäten: Was wirkt sich direkt auf den Bildungserfolg aus? Die Reihenfolge hat sich bis heute bewährt und wird streng eingehalten: 1. Lehrersaläre (= Unterricht);  2. Lehrmittel;  3. Schul- und Pausenraum;  4.  Aufenthalts- und Essräume;  5. Schulmobiliar und Geräte;  6. Verwaltung & Marketing. Eigene Küche und Schulbus schaffen es gar nie auf die Liste. Die Festanstellung des „Erfinders“ Xaver Heer ab 2. Schuljahr führt rasch zu einer Entspannung …und weiterem Wachstum. Nach 2 Jahren erreicht die Schule mit 30 Kids im Primarschulalter in 3 Gruppen à je 10 Schüler einen ersten, stabilen Plafonds. Es bleibt lebendig, aber die Gründung ist abgeschlossen.

Die Marke Talenta

Angst muss die Talenta nicht haben, dass ihr jemand „die Idee stiehlt“ - zu aufwendig ist das Projekt, zu viel Freiwilligenarbeit ist erforderlich. Trotzdem gilt es, den Namen = das Programm zu schützen und sich als Projekt an zentralen Kriterien messen zu lassen. Schliesslich möchte man Beispiel sein. Worin unterscheidet man sich wirklich von der Regelschule? So sieht die internationale, geschützte Marke Talenta aus:

Idee - Talenta

Ein Wort zum Lehrerteam

Jedes Projekt braucht seinen Schutzengel: Irgendwie findet Talenta immer wieder junge Lehrkräfte, die „sich voll Energie reinhängen“ und an einer 60%-Stelle (Regel) eine 100%-Leistung abrufen. Mehrmals konnte Talenta aus …einer Bewerbung „auswählen“ - mit Erfolg. Was ist für den Erfolg unserer Lehrkräfte zentral? Eine Balance: „Firm in Education. Flexible in Method.“

Hohe Fachkompetenz, gepaart mit guten Führungsqualitäten, ist gefragt. Und Reife im Sinne eines humorvollen Umgangs mit eigenen Unzulänglichkeiten. Freude am Experimentieren und (selber) Evaluieren. Es ist kein Gemeinplatz: In jedem Team stecken ungeahnte Chancen, sich gegenseitig zu ergänzen. Der eine bringt sein Spezialwissen aus dem Universitätsstudium ein - der andere sein (Bauch)Gespür für schwelende Konflikte in der Klasse. Unsere Erfahrung: Die Kids erkennen jede Ritze in den Fugen des Teamworks.

Fallen und Tipps für Pioniere

Was bleibt aus den wilden Gründerjahren?

  • Auch Hochbegabte sind Kinder wie alle. Sie möchten glücklich und angenommen sein.
  • Ihr Potenzial ist nur ein Start, nicht das Ziel.
  • Setze dich öffentlich ein - predige nicht.
  • Starte klein, aber sofort = Zeitgewinn.
  • Nimm kleine Schritte, aber dafür täglich.
  • Überraschung ist normal: Freu dich darauf.
  • Spar Geld bei der Infrastruktur und gib es mit beiden Händen für den Unterricht aus.
  • Verwechsle das Grundkonzept der Schule nicht mit aktuellen Elternwünschen.
  • Fehler sind zwingend und Pionieren erlaubt.
  • Steh öffentlich zu Fehleinschätzungen, weise gleichzeitig auf eingeleitete Korrekturen hin.

Zusätzliche Informationen

1. Schultag (Video)

TV I Presse I PR

Organisation der Talenta

Schulprofil der Talenta

Pädagogische Grundhaltung

360° Rundgang durch die Talenta